FACE & BODY

Aromatherapie, sanfte Unterstützung

Die Aromatherapie kann auch bei hormonell bedingten Beschwerden zur Anwendung kommen und Frauen Linderung verschaffen. Deshalb hat unsere Autorin Ida König einige Empfehlungen für Sie zusammengestellt.

Veröffentlicht am 22.09.2021

So wie die Natur mit den Jahreszeiten ihren eigenen Rhythmus hat, unterliegt auch unser Leben verschiedenen natürlichen Zyklen. Dazu gehören im Leben einer Frau die Wechseljahre als eine der prägnanten Phasen hormoneller Umstellung, die mit unterschiedlich stark ausgeprägten Begleiterscheinungen einhergehen. Aroma-Anwendungen mit naturreinen ätherischen Ölen, bevorzugt in Bio-Qualität, können dabei wohltuende Unterstützung bieten und das körperliche und psychische Wohlbefinden in dieser Zeit des Wandels ganzheitlich fördern – daheim, unterwegs und in der Kosmetikkabine.

 

Wirkung auf das Hormonsystem

Ätherische Öle enthalten keine (Phyto-)Östrogene. Sie greifen damit nicht direkt in den Hormonhaushalt ein. Stattdessen beeinflussen sie über das limbische System Hypothalamus und Hypophyse und wirken auf diese Weise lediglich sanft hormonmodulierend. So können ätherische Öle bei verschiedenen Wechseljahresbeschwerden von Hitzewallungen über trockene (Schleim-)Haut bis hin zu Antriebslosigkeit und Stimmungstiefs ihre wohltuende Wirkung entfalten. Im Institut kann schon ein einzelner Duftstreifen, der in der Nähe der Liege platziert wird, für die Raumbeduftung während des Treatments ausreichen. Aber auch Duftsteine, elektrische Vernebler oder Raumsprays sind Möglichkeiten, um dezente Duftakzente zu setzen und so von der Wirkung ätherischer Öle über den Geruchssinn zu profitieren.

Intakte Haut kann ausserdem mit Aromamassagen verwöhnt werden. Dazu werden ätherische Öle in einem geeigneten fetten Pflanzenöl verdünnt, die Faustregel lautet dabei: insgesamt maximal 20 bis 25 Tropfen ätherisches Öl auf 100 Milliliter Basisöl. Eigene Mischungen können bei entsprechendem Wissen für die unmittelbare Anwendung in der Kosmetikkabine frisch zubereitet werden. Doch welche ätherischen Öle eignen sich zur Begleitung während der Wechseljahre? Die Auswahl ist vielfältig, drei bewährte Öle seien hier vorgestellt. Sie zeichnen sich alle durch ihre hormonmodulierende, stimmungshebende und ausgleichende Wirkung aus und sind z. B. zur Unterstützung bei Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen in den Wechseljahren geeignet.

 

Entspannender Muskatellersalbei

Bei «emotionalen Achterbahnfahrten» empfiehlt sich das ätherische Öl des Muskatellersalbeis – nicht zu verwechseln mit Echtem Salbei. Es ist aufgrund seiner hormonmodulierenden Wirkung eines der bedeutendsten Öle in Phasen, in denen ein hormonelles Ungleichgewicht herrscht. Gleichzeitig fördert es Freude, Intuition und Ausgelassenheit. Der Duft von Muskatellersalbeiöl hat einen leicht schweissartigen Charakter, sodass es mit anderen ätherischen Ölen kombiniert und generell sparsam dosiert werden sollte. Für ein ausgleichendes, erheiterndes Körper-Massageöl im hormonbedingten Wechselbad der Gefühle eignet sich z. B. eine Mischung aus zwei Tropfen Muskatellersalbei, vier Tropfen Rosengeranie und sechs Tropfen Grapefruit in 50 Milliliter Basisöl.

Zu den empfehlenswerten ätherischen Ölen zählt auch Ylang-Ylang. Die Blüten des Ylang-Ylang-Baumes werden in einem bis zu 20 Stunden dauernden Verfahren destilliert. Dabei entstehen verschiedene Öle, die sich in ihren Hauptinhaltsstoffen und ihrem jeweiligen Duftprofil unterscheiden. Im Kosmetikinstitut kann sowohl das sogenannte Ylang- Ylang extra als auch Ylang-Ylang komplett verwendet werden. Ylang-Ylang harmoniert sehr gut mit anderen Blütendüften wie Neroli, Rose oder Jasmin, aber auch Zitrusöle oder balsamische und erdige Noten wie Vetiver, Sandelholz oder Patchouli sind passende Begleiter. Sie alle können dabei unterstützen, Stress zu reduzieren und zu entspannen.

Kaum zu toppen: Minze belebt und kühlt. Im Sommer bietet Pfefferminzhydrolat bei Hitzewallungen eine besondere Erfrischung, wenn man es im Kühlschrank aufbewahrt

Kaum zu toppen: Minze belebt und kühlt. Im Sommer bietet Pfefferminzhydrolat bei Hitzewallungen eine besondere Erfrischung, wenn man es im Kühlschrank aufbewahrt

Einfach betörend: Der Ylang-Ylang-Baum mit seinen zarten Blüten liefert ein ätherisches Öl, das sich für Aroma-Anwendungen bei Wechseljahresbeschwerden eignet

Einfach betörend: Der Ylang-Ylang-Baum mit seinen zarten Blüten liefert ein ätherisches Öl, das sich für Aroma-Anwendungen bei Wechseljahresbeschwerden eignet

Ylang-Ylang sorgt für Sinnlichkeit

Für aphrodisierende und erheiternde Mischungen eignet sich Ylang-Ylang ebenfalls. Aufgrund des opulenten Dufts bietet sich Ylang-Ylang in der Kabine weniger für die Raumbeduftung, sondern eher für eine entspannende Nacken-, Hand- oder Fussmassage an. Hierfür werden z. B. zehn Milliliter Jojobaöl mit einem Tropfen Ylang-Yang sowie einem Tropfen eines weiteren passenden ätherischen Öls nach Wahl aus der Reihe der oben genannten beduftet.

Einen Ausgleich für Psyche und Haut bringt die Rosengeranie. Als preiswertere Alternative zu wertvollem Rosenöl ist das ätherische Öl der Rosengeranie beliebt. Es wird aus den Blättern der Pflanze gewonnen. Aufgrund seiner hormonmodulierenden Wirkung gehört es in das Repertoire der Frauenöle. Es wirkt psychisch ausgleichend, harmonisierend und stresslösend, aber auch stark hautpflegend und -regenerierend. Ein pflegendes Massageöl für trockene Haut ist mit sechs Tropfen Rosengeranienöl auf 50 Milliliter Basisöl einfach hergestellt – etwa in einer Kombination aus 30 Milliliter Mandel- und 20 Milliliter Granatapfelsamenöl.

 

Harmonisierende Rosengeranie

Für eine Atmosphäre, die Freude, Harmonie und Gelassenheit vermittelt, lässt sich die Rosengeranie in der Raumbeduftung gut mit Zitrusdüften wie Bergamotte, Orange oder Grapefruit kombinieren – indem man z. B. einen Tropfen Rosengeranie und zwei Tropfen eines Zitrusöls nach Wahl in einen Vernebler oder auf einen Duftstein träufelt.

Bei der Herstellung von ätherischen Ölen mittels Wasserdampfdestillation entsteht ein wertvolles Nebenprodukt: das Pflanzenwasser bzw. Hydrolat. Insbesondere bei Hitzewallungen können diese sehr wohltuend sein – je nach Vorliebe sind u. a. Rosen-, Pfefferminz- oder Orangenblütenhydrolat geeignet.

 

Einfach und schnell angewendet

Hydrolate lassen sich als erfrischender Duftnebel fein über dem Kopf versprühen oder als einfaches Face- bzw. Body-Splash anwenden. Ätherische Öle und Hydrolate können auch miteinander kombiniert werden, auf 100 Milliliter Hydrolat kommen dabei maximal 20 bis 25 Tropfen ätherische Öle. Bei Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen sind die drei vorgestellten Öle allesamt geeignet. Vor der Anwendung wird die Flasche kurz und kräftig geschüttelt. Wenn alkoholfreie Hydrolate verwendet werden, ist deren deutlich verkürzte Haltbarkeit zu beachten.

Bei allen Aroma-Anwendungen in der Kosmetikkabine lautet das Credo: immer der Nase der Kundin nach. Deren Duftakzeptanz ist massgeblich. Düfte, gegen die eine Aversion besteht, sollten idealerweise nicht verwendet werden – auch wenn die wohltuende Wirkung noch so gut belegt ist. Kann eine Kundin hingegen einen speziellen Lieblingsduft benennen, ist dies eine gute Gelegenheit, ihr damit während der Behandlung auch in Zeiten des hormonellen Wandels etwas Gutes zu tun.

Aroma-Tipps rund um den weiblichen Zyklus

Auch schon weit vor den Wechseljahren bieten ätherische Öle ein breites Spektrum an einfachen Anwendungsmöglichkeiten für mehr Wohlbefinden rund um den weiblichen Zyklus, z. B. bei folgenden weit verbreiteten Zyklusbeschwerden:

Stimmungsaufhellendes für die Tage vor den Tagen

Wenn das Prämenstruelle Syndrom auf die Stimmung drückt, bietet sich die Auswahl stimmungsaufhellender und ausgleichender ätherischer Öle an. Hierzu zählen insbesondere Zitrusöle wie Orange, Grapefruit und Bergamotte, aber auch Rosengeranie, Neroli, Petit Grain oder Muskatellersalbei. Für einen schnellen Duftkick zwischendurch eignen sich z. B. Roll-ons, denn sie lassen sich einfach anwenden und sind auch unterwegs praktische Begleiter. Auf 10 ml Jojobaöl kommen für eine Wohlfühl-Mischung im Roll-on insgesamt 3 Tropfen ätherisches Öl (z. B. je 1 Tropfen Petit Grain, Orange und Neroli oder je 1 Tropfen Rosengeranie, Bergamotte und Muskatellersalbei). Je nach Bedarf auf den Pulspunkten an den Handgelenken oder hinter den Ohren auftragen.

 

Entkrampfendes während der Menstruation

Wird die Menstruation von Krämpfen begleitet, sind ätherische Öle zu wählen, die für eine Entspannung der Muskulatur sorgen und auf psychischer Ebene entspannen. Zu diesen ätherischen Ölen zählen u. a. Majoran, Römische Kamille, Muskatellersalbei, Mandarine rot, Bergamotte, Melisse, Lavendel fein, Rose, Ylang-Ylang oder Jasmin. In 50 ml fettes Pflanzenöl (etwa Jojoba- oder Mandelöl) kommen dabei 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl, z. B. 5 Tropfen Bergamotte, 3 Tropfen Lavendel fein, 2 Tropfen Jasmin und 2 Tropfen Römische Kamille. Bei Bedarf den Unterleib oder den unteren Rücken sanft mit einer kleinen Menge der Mischung massieren und gegebenenfalls mit einem Handtuch und einer Wärmflasche die Entspannung fördern. Wie bei allen Aroma-Anwendungen gilt auch hier die persönliche Duftpräferenz zu beachten. Ätherische Öle, die in der jeweiligen Situation als besonders angenehm empfunden werden, haben immer die Nase vorn.

 

 

Text: Ida König

Fotos: stock.adobe.com (4)

 

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