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Das After-Work-Programm

Die richtigen Massnahmen nach der Enthaarung

Veröffentlicht am 03.12.2020

Egal mit welcher Methode lästige Härchen epiliert oder depiliert werden: Auch die Nachversorgung sollte stimmen. Geben Sie Ihren Kunden Tipps und versorgen Sie sie am besten direkt mit der richtigen Pflege.

 

Haare lassen sich auf sehr vielfältige Weise entfernen. Völlig unabhängig davon, ob Sie oder die Kunden sich z. B. für die Elektro-Epilation, IPL-Varianten, Sugaring-/Waxing-Techniken, die Fadenmethode oder – wohl ein häufiger Fall der Heimpflege Ihrer Klientel – die Rasur entscheiden, sollte man für die Pflege danach unbedingt berücksichtigen: Die Haut ist empfindlich. „Selbst wenn sie ansonsten sehr robust ist, muss man nach einer Epilations- oder Depilationsbehandlung auf diesen sensiblen Zustand eingehen“, empfiehlt Kosmetikwissenschaftlerin und KOSMETIK international-Autorin Dr. Meike Streker. Benötigt werden jetzt also Präparate, die leicht sind. Sie dürfen auch nicht zu reichhaltig und keinesfalls okklusiv sein. Bei den beruhigenden Inhaltsstoffen gilt etwa Panthenol als ein angezeigter und effektiver Klassiker: „Diese Substanz lindert Rötungen, ist entzündungshemmend, stabilisiert die Hautbarriere, fördert die Wundheilung und beschleunigt das Zellwachstum.“ Die Expertin verweist in diesem Zusammenhang auch auf die etablierte Aloe vera, deren Potenzial in letzter Zeit allerdings ein wenig in Vergessenheit geraten sei. Dabei kann sie auch in diesem Zusammenhang gute Dienste leisten: „Aloe vera ist intensiv feuchtigkeitsspendend und kühlend. Ein entsprechendes Gel ist z. B. gerade nach der Enthaarung der Achseln sowie im Intimbereich eine gute Option. An diesen Stellen brennt es schliesslich schnell einmal. Und dann ist es angenehm, z. B. ein Aloe vera-Gel aufzutragen. Es ist kühl und juckreizlindernd.“ Generell ist es beim Einsatz von Gelen allerdings wichtig, Texturen ohne Alkohole zu nutzen: „Sonst brennt es und führt zu weiteren Reizungen. Bitte auch keine parfümierten Produkte direkt nach der Enthaarung auf die Haut auftragen!“

 

Reizendes gezielt meiden

Im Achselbereich bedeutet der Verzicht auf alle potenziell unzuträglichen Ingredienzen: „Keinesfalls unmittelbar nach der Haarentfernung Deodorants direkt auf die behandelten Areale auftragen. Sie können Alkohol oder Aluminiumchlorid enthalten. Wenn jemand verstärkt schwitzt, kann er sonst gerne auf entsprechende Produkte zurückgreifen – aber nicht bei entzündeter oder bereits beeinträchtigter Haut. Und bei der Rasur kann es ja zu Mikroverletzungen kommen. Da kann es dann schon sein, dass nachfolgende Stoffe tiefer penetrieren. Ob das wirklich gefährlich ist, ist eine ganz andere Diskussion.“ Aber es ist eben ratsam, unmittelbar nach der Enthaarung entsprechende Präparate zu meiden, um keinerlei Risiken einzugehen.

Und welche speziellen Regeln oder Tipps gelten nach der Haarentfernung im Gesicht? „Auch hier kann es zu Mikroverletzungen kommen. Daher sollte z. B. nicht direkt nach der Anwendung ein Make-up auftragen werden. Schliesslich können auch hier Bestandteile enthalten sein, die nicht tiefer in die Haut eindringen sollten.“ In der Regel reiche es, rund zwei Stunden zu warten, bis man wieder zu den Schminkutensilien greift.

Wer Hautpartien (z. B. nach der Rasur) desinfizieren möchte, dem empfiehlt Dr. Streker: „Nur auf Produkte ohne Alkohol setzen. Es gibt spezielle Hautdesinfektionspräparate zur Anwendung auf Wunden, die nicht brennen. Diese werden z. B. auch bei Microneedling-Behandlungen genutzt, um unschöne Hautempfindungen zu vermeiden.“

Spezielle Massnahmen sind übrigens nach Laser- bzw. IPL-Einsätzen zu ergreifen. „Hier ist es u. a. wichtig, im Anschluss rund vier Wochen nicht direkt in die Sonne zu gehen, weil die Haut so gereizt ist, dass es sonst z. B. zu Hyperpigmentierungen kommen kann. Auch Saunabesuche oder andere Hitzeeinwirkungen sollten zunächst tabu sein, um ein zu starkes Schwitzen zu vermeiden; das würde die Haut zusätzlich stressen.“

 

Damit sich nichts entzündet

Eingewachsenen Härchen, die etlichen Kunden Probleme bereiten, lässt sich mit klassischen Peeling-Massnahmen vorbeugen. „Im Bereich von Beinen und Körper kann man z. B. einen Luffa-Schwamm dafür nutzen, abgestorbene Hautschüppchen an den epilierten Hautpartien abzutragen. So lässt sich vermeiden, dass diese den Hautkanal quasi abdecken. Zuerst mit dem Schwamm vorsichtig darübergehen. Später kann man ein normales Körperpeeling machen, bei dem dann nichts passieren sollte.“ Regel Nummer eins nach der Enthaarung ist aber, nicht mit Ölen zu arbeiten. Auch Urea ist zu meiden: „Harnstoff gilt zwar als ein Feuchtigkeitsspender und wirkt regenerierend, hat aber einen Stinging- Effekt“. Das heisst, dass die Haut kurzfristig stark brennt. Wer es aus Versehen ausprobiert, wird es sich zwar merken. Aber diesen Lerneffekt sollten Sie Ihren Kunden ersparen.

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Ein simples, aber attraktives Hilfsmittel aus der Natur

Bieten Sie bei sich Luffaschwämme zum Verkauf an? „Mit einem Luffaschwamm kann man durchaus Geld verdienen“, rät Dr. Meike Streker: „Viele moderne Frauen können damit zwar nichts mehr anfangen, aber einen Luffaschwamm zu verwenden, schützt nach der Epi-/ Depilation vor eingewachsenen Haaren!“ Luffa ist eine Gattung der Kürbisgewächse (Schwammkürbis) und reinigt bzw. peelt die Haut. Also: Stellen Sie Sets für die Pflege nach der Enthaarung zusammen, die z. B. Luffaschwamm, Peelingprodukt, Creme und ein Pflege-/Infoblatt enthalten. Ganz nach vorne damit auf den Tresen! Wäre doch schade, wenn die Produkte über den Sommer sonst bei Ihnen im Regal verstauben.

 

 

Text: Silke Detlefsen

Fotos: stock.adobe.com

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