HEALTH & FITNESS

Schön ausgewogen

Gerät das Verhältnis von Säuren und Basen aus der Balance, fühlt man sich nicht nur müde und unruhig. Auch die Haut leidet und reagiert mit Pusteln und Irritationen. Im Institut aber kann viel getan werden, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Veröffentlicht am 28.01.2021

Das gestörte Gleichgewicht der Säuren und Basen macht sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise bemerkbar. Erste Anzeichen können Müdigkeit, Nervosität und Unruhezustände sein. Bei einem chronischen Ungleichgewicht entstehen Muskel- und Gelenkbeschwerden; die Belastbarkeit sinkt, oder man fühlt sich mächtig gestresst. Die Haut als Spiegel der Seele kann dann Rötungen, Pusteln oder Irritationen zeigen. Es sind vor allem die Folgen der modernen Ernährung, die Säuren und Basen aus dem Gleichgewicht bringen, aber auch Stress und Überforderung sind Ursache einer Übersäuerung. Auch extremer Sport und der Konsum von Genussmitteln können den Säure-Basen-Haushalt gründlich stören. Die Spuren des regelmässigen Rauchens sind ebenfalls auf der Haut deutlich zu sehen: Ein unreines und unruhiges Hautbild ist die Folge. Sogar die Haare können hiervon betroffen sein und dünn und glanzlos werden. Sie aber können in Ihrem Institut wichtige Aufklärungsarbeit leisten und darüber hinaus viel tun für die Wiederherstellung der Säure-Basen-Balance.

Um die Stoffwechselvorgänge im Körper zu gewährleisten, ist eine sehr ausgewogene Säure-Basen-Balance nötig. Ist der Körper übersäuert, hat das entscheidende Auswirkungen auf diese Prozesse und die beteiligten Enzyme. Der Körper verfügt über verschiedene Schutzfunktionen, um kleinere Ausrutscher nach oben und unten auszugleichen. Dieser Säureausgleich wird über die Lunge, die Niere, das Bindegewebe und natürlich über die Haut gewährleistet. Erklären Sie Ihren Kundinnen die Zusammenhänge, präsentieren Sie die Basenprogramme, die Sie erstellt haben, und zeigen Sie Ihre Kompetenz durch Ihre Beratung zu basenüberschüssiger Ernährung. Damit helfen Sie Ihren Kundinnen in ihrer aktuellen Situation und auf lange Sicht. Die Füsse werden zu Recht als die dritte oder Hilfsniere bezeichnet. Schon Sebastian Kneipp sagte, mit Wirkung und Zustimmung bis heute: «Das natürlichste und einfachste Abhärtungsmittel bleibt das Barfussgehen.»

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Corinna Bäsler
Hilfe bei Übersäuerung: basisches Fussbad.

Auf Umwegen

An den Fusssohlen und Händen befinden sich ca. 600 Schweissdrüsen pro Quadratzentimeter Haut. Über die Schweissdrüsen an den Fusssohlen wird ein grosser Teil von Stoffwechsel-Endprodukten ausgeschieden. Ist der Körper durch eine säurebelastete Lebensweise überlastet, wählt er einen Umweg, und die Haut springt zur Ausscheidung ein. Auf unschöne Weise ist das an unangenehm riechenden Schweissfüssen zu merken. Dieser Übersäuerung und deren Folgen kann man im Institut einiges entgegensetzen. Eine effiziente und ganz einfache Anwendung der basischen Körperpflege ist ein basisches Fussbad, mit einem guten Basensalz angereichert und mindestens von 30 Minuten Dauer. Zur weiteren Entlastung des Körpers können basische Wickel, basische Stulpen oder Socken während einer weiteren Behandlung angelegt werden. Basische Stulpen bietet der Fachhandel an oder sie werden aus baumwollenen Socken selbst gemacht. Sie werden einfach im Basenwasser getränkt, ausgewrungen und angelegt. Je länger diese Socken oder Stulpen auf dem Körper bleiben, desto besser kann eine Entgiftung durchgeführt werden. Zur Behandlung von Krampfadern und Besenreisern empfiehlt sich das Tragen von basischen Stulpen während der gesamten Behandlung. Gleichermassen geeignet sind Armstulpen bei Problemen mit den Lymphknoten im Achsel- und Brustbereich.

 

Stoffwechseltyp erkennen

Für die Behandlung von Kunden mit Übersäuerungssymptomen kann eine Anamnese sehr wichtige Informationen liefern. Klären Sie daher zunächst, mit welchem Stoffwechseltyp Sie es jetzt zu tun haben.

Da ist zunächst einmal der Ablagerer, bei dem neutralisierte Säuren nicht ausgeschieden werden, sondern in Fett und Bindegewebe eingelagert werden und so unschöne Dellen in der Haut entstehen lässt. Sehr stark schwitzende Menschen zählen zu den Ausscheidern; sie werden oft begleitet von unangenehmen Gerüchen. Sie sind insbesondere betroffen von Fusspilz, Warzen, Hyperkeratose oder Schuppenflechte. Die dritten Betroffenen sind die Strukturverzehrer. Bei dieser Gruppe stehen ungenügend Mineralstoffe zum Neutralisieren der Säuren zur Verfügung – ein unverkennbarer Hinweis auf eine stark ungesunde Ernährung. Die notwendigen Stoffe werden aus körpereigenen Depots wie Nägeln, Haaren, Sehnen und Knochen geholt und haben Rhagaden, Knochenhautentzündungen und Gelenkprobleme zur Folge. Mit gezielten basischen Anwendungen und ergänzenden Ernährungsempfehlungen oder sogar einer kleinen Kochschule mit basischen Rezepten können die Kunden einen Anstoss zu mehr basischem Lebensstil erhalten, der mit basischen Pflegeanwendungen ergänzt werden kann.

Vor allem im Bereich der Haut wird eine Übersäuerung sichtbar. Falten, ein müdes Hautbild oder raue Stellen sind starke Indikatoren. Für eine samtige und jünger aussehende Haut empfehlen sich basische Gesichts- und Körperbehandlungen. Allen Behandlungen voran geht das Vollbad, das Fussbad und die Kompressenreinigung. Dazu wird dem Wasser die entsprechende Menge basisches Salz hinzugegeben und eine lange Einwirkzeit eingeplant. Die Haut wird danach möglichst nur abgetupft, und es schliesst sich eine angenehme Bürstenmassage an, ausgeführt jeweils in die Ausscheidungsrichtungen.

Die Bürstenmassage verläuft von unten nach oben. Beginnen Sie mit den Füssen und Knöcheln, arbeiten Sie sich weiter hinauf über die Beine, den Bauch, das Gesäss, bis Sie zum Schluss das Gesicht in Richtung der Halslymphknoten bürsten. Spezielle Bürsten für Trocken- und Nassbürstungen haben verschiedene Fachanbieter in ihrem Sortiment. Schon beim Bürsten entsteht ein wohlig warmes, angenehmes Körpergefühl.

 

Rausgespült

Zugleich wirkt die Behandlung mit der Bürste wie ein sanftes Peeling. Ideal ist das Trinken von einem basischen Kräutertee während der gesamten Behandlung, um gelöste Stoffe direkt auszuschwemmen. Für die Heimbehandlung empfiehlt sich ein basisches Duschgel anerkannter Marken. Unterstützen Sie Ihre Kundin, und geben Sie ihr eine Anleitung für das Bürsten zu Hause mit. Ein Tonikum als Behandlungsabschluss, nach der Reinigung, dem Ausreinigen oder zwischendurch als Erfrischung erleben Ihre Kundinnen ganz sicher als wohltuend und angenehm.

Für die Pflege übersäuerter Haut eignet sich eine basische Fliessmaske oder – ganz hervorragend – die altbewährte Heilerde. Diese wirkt über das osmotische Prinzip tief in die Haut, Stoffwechsel-Endprodukte werden heraus geleitet und im Gegenzug Mineralien eingeschleust. Diese Heilerdepackung eignet sich auch in der Fussbehandlung und ganz besonders bei starkem Schweissfuss. Durch Zugeben von ätherischem Zitronenöl wird ein angenehmer Duft gleich mitgegeben. Anders als das ihr stets zugeschriebene Attribut ‘sauer’ ist die Zitrone tatsächlich ein basisches Lebensmittel und kann also bedenkenlos in der Basenbehandlung eingesetzt werden.

Basische Unterstützer

Zur basischen Gesichtsbehandlung können viele Behandlungen aus dem Bereich der Kneipp’- schen Anwendungen kombiniert werden. Verschiedene Wickel, Auflagen oder Wasseranwendungen sind ideale Begleiter zu einem umfangreichen Basenprogramm. Basischer Leibwickel: hilft der Leber zu entgiften und Bauch und Rücken zu entspannen. Ein kleines Handtuch wird im Basenwasser getränkt, ausgewrungen und unter den rechten Rippenbogen gelegt. Nun wird ein trockenes Handtuch darübergelegt und darauf kommt die Wärmflasche. Nun alles mit einem Badetuch abdecken. Planen Sie dafür 20 Minuten Ruhezeit ein. Wichtig: Es sollte wirklich eine Ruhezeit sein! Führen Sie keinesfalls nebenbei andere Behandlungen durch, da der Stoffwechsel der Leber durch die Wärme stark angeregt wird. Viele Kunden sind während oder nach der Behandlung müde und schläfrig, deshalb ist im Anschluss eine nochmalige Ruhezeit von 20 bis 30 Minuten sinnvoll. Basischer Nacken- und Bronchienwickel: hilft bei Nackenverspannungen, Schulterbeschwerden und Erkältungen. Für diesen Wickel gibt es fertige Moltonauflagen, aber er funktioniert auch mit Handtüchern. Der Wickel wird in körperwarmem Basenwasser getränkt und um Nacken und Schulter gelegt. Die Einwirkzeit ist ebenfalls 20 bis 30 Minuten. Auch hier empfiehlt sich eine ausreichende Nachtruhe. Bei Erkältungskrankheiten oder Kopfschmerzen wird ein Hals oder Stirnwickel angewendet. Basische Achselkissen: können bei übermässigem Schwitzen Linderung bringen. Der basische Körperwickel kann bei vielen Problemen zur Anwendung kommen. Er kann die ganze Nacht angelegt werden oder während einer Massage, aber auch im Anschluss an eine Körperbehandlung. Ausserdem: Durch die Zeit der Wechseljahre kann ein basischer Mantel getragen werden, der vor allem gegen nächtliches Schwitzen eine Abkühlung bringt. An besonders heissen Tagen ist die basische Kühldecke im Institut ein hilfreiches Werkzeug. Für eine Behandlung bei Sportlern lassen sich alle Anwendungen auf die jeweiligen Problemzonen abstimmen. Sie tragen zu einem gesunden Sport und zur Freude an Bewegung entscheidend bei. Bei Sonnenbrand am Oberkörper ein Baumwollshirt in Basenwasser tränken und anziehen. Das Shirt kann so lange getragen werden, wie es geht. Bei Fussproblemen können in Basenwasser getränkte Socken über Nacht Linderung bringen.

TIPP: Basisch ernährt

Bei all den angenehmen Anwendungen darf eine gesunde Ernährung nicht vergessen werden. Bei Beschwerden, die durch eine Übersäuerung hervorgerufen werden, ist immer eine Ernährungsberatung angeraten. Erläutern Sie Ihren Kundinnen die Bedeutung gesunder Lebensmittel für Körper, Haut und das allgemeine Wohlbefinden. Denn allein mit basischen Anwendungen kann kein wirksames basisches Milieu aufgebaut werden. Ein breites Beratungsspektrum bieten verschiedene Anbieter. Mit einer Vielzahl an basischen Produkten, Rezepten und Informationen kann ein Kosmetikinstitut ein kompetentes Angebot zur basisch ganzheitlichen Behandlung offerieren. Die immer häufiger auftretenden Unverträglichkeiten zeigen, dass eine Übersäuerung viele Gesichter hat und wie wichtig es ist, eine gesunde Ernährung und Lebensweise wieder zu erlernen.

 

 

 

Corinna Bäsler ist Fusspflegerin, Kosmetikerin, Wellnessberaterin (IHK) und Übungsleiterin Breitensport. Seit 2001 führt sie ihr eigenes Aroma- und Fusspflege-Institut in Zittau und arbeitet ausserdem als Stressberaterin. Ihr Wissen gibt sie auch als Autorin weiter.

baesler@t-online.de

 

 

 

Text: Corinna Bäsler

Fotos: stock.adobe.com (3), Corinna Bäsler (1)

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