HAND & FOOT

Touch me if you can

Wenn die Füsse schmerzen, verrät das ein Problem im Körper, die Schwingung ist gestört. Barfussgehen auf natürlichem Boden kann ein gutes Schwingungselement sein. Auch mit Fussmassagen bringen Sie Ihre Kunden wieder auf die Beine.

Veröffentlicht am 25.03.2021

Massagen haben neben der entspannenden Kraft auch eine heilende Kraft. Diese haben schwedische Forscher näher beschrieben: Massagen sollen u. a. das Hormon Oxytocin freisetzen, das Stress, Angst und Schmerzgefühle mindert. Durch den Abbau von Ängsten und Blockaden wirken sie demnach antidepressiv, sorgen für eine bessere Durchblutung der Haut und verbessern somit deren Funktionstüchtigkeit. Ausserdem regulieren sie die Atmung und den Wärmehaushalt und tragen dadurch zum Abbau von Spannungen bei. Insgesamt bewirken Berühren und Streicheln der Haut eine Harmonisierung der gesamten Körperfunktionen und lösen allgemeines Wohlbefinden aus. Ferner wird die Produktion von Endorphinen, den Glückshormonen, angeregt. Die Konsequenz: angenehme Entspannung. Die Amerikaner haben bereits vor längerer Zeit mit dem Vitamin «T» ein Vitamin definiert, das nicht nur auslösende, sondern auch nachwirkende Eigenschaften hat. «T» steht für «touch», also berühren, und Berührung wird so oft und so herzlich wie möglich mit dem jeweiligen Massagegriff gesetzt.

 

Der richtige Griff
Aber welcher Griff ist nun der richtige und welcher soll es sein, der sich in die Basis-Massage einbinden lässt und damit einen Kundenmehrwert schafft? Folgende Griffe sind speziell auch bei Fussmassagen angesagt, können aber zudem im Rahmen einer Ganzkörpermassage, bei der die Füsse abschliessend eine besondere Berücksichtigung erfahren, eingesetzt werden. Zunächst einmal die Basics.

  • Das Streichen/Ausstreichen (Effleurage) bewirkt einen schnellen Abtransport des venösen Blutes in den Kapillargefässen und in den hoch und tief gelegenen Venen und ermöglicht dadurch ein schnelleres Auffüllen mit sauerstoffreichem Blut. Es kommt zur besseren Durchblutung. Der Stoffwechsel wird angeregt – und die Ernährung des Gewebes verbessert. Das Ausstreichen der Muskulatur dient auch der Überprüfung des Gewebes und Muskelzustandes (Tastbefund). Das Streichen/Ausstreichen kann sowohl tonisierend (Spannungsaufbau im Muskel) als auch detonisierend (entspannend) wirken.
  • Das Kneten (Petrissage) wird auch als «Auspressen der Muskulatur» bezeichnet, weil es durch diese Griffe zu einem schnellen Abtransport von Ermüdungsstoffen und Schlacken kommt. Diese Massagewirkungen in Form von Streichen, Kneten und Kreisen (Friktionen – Reibungen und Kreisungen) üben einen Reiz auf die Muskulatur aus. Dieser wird vom ganzen Körper wahrgenommen. Die Aufnahme erfolgt durch das sensible Nervensystem und wird über das Rückenmark bis hin zum Gehirn weitergeleitet. Dadurch kommt es in den massierten Gebieten zu einer stärkeren Durchblutung des Gewebes und einer Anregung des Stoffwechsels.
  • Bekannt sind auch Klopfungen (Tapotements), Lockerungen und Schüttelungen (Vibrationen), letztere speziell bei Sportmassagen. Natürlich ist Ihre Hand das Hauptwerkzeug, wenn es darum geht, Berührungen zu setzen und Gefühle bei Ihren Kunden auszulösen.
  • Alternativ können auch Hilfsmittel wie Steine, Edelsteinkugeln, Griffel, Pinsel, Muscheln, Stempel und/oder Schlegel zum Einsatz kommen. Berührungen müssen im wahrsten Sinne des Wortes «spürbar» und «nachhaltig» sein.
Wer bei seinem Kunden durch Berührungen Gefühle auslösen möchte, kann auch Hilfsmittel hinzunehmen, z. B. Steine, Edelsteinkugeln, Griffel, Pinsel, Muscheln und Stempel

Wer bei seinem Kunden durch Berührungen Gefühle auslösen möchte, kann auch Hilfsmittel hinzunehmen, z. B. Steine, Edelsteinkugeln, Griffel, Pinsel, Muscheln und Stempel

Behutsame Annäherung
Beginnen Sie jeden Körperkontakt erst an der Hand oder am Arm der Kundin, auch wenn Sie eine Fussmassage durchführen. Grundsätzlich sind wir es gewohnt, mit einem Händedruck Kontakt aufzunehmen. Diese Gewohnheit wird in der Fusspflege nicht immer beachtet. Im Folgenden werden punktuelle Massagegriffe zum Einbinden in die anschliessende Fussmassage beschrieben.

  • Der «Fersenstempel» – die Faust mit Doppelgriff zur Stabilisierung der Ferse:
    Umschliessen Sie den Fussrücken mit der Handinnenfläche und machen Sie mit der Gegenhand eine Faust, die Sie als Stempel im «stop and go» von der Ferse zum Ballen im Rechtsdreh führen und mit einem Mal von oben nach unten abziehen. Das aktiviert den Energiefluss.
  • Der «Abklopfer» – mit der Faust zur Energieaktivierung entlang der Wade: Hier arbeiten Sie mit beiden Händen. Machen Sie zwei Fäuste und klopfen Sie die Wade, rechts und links synchron oder im Wechsel von unten bis hoch zum Knie leicht ab und wieder zum Knöchel runter. Das lockert das Gewebe.
  • Der «Abklatscher» – zwischen Fussrücken und Ferse zur Energetisierung: Legen Sie eine Hand flach auf den Fussrücken, die andere an die Ferse und führen Sie eine klassische «Klatschbewegung» bis zu den Zehen und wieder zurück durch. Hierbei berühren Sie Fussrücken und Ferse gleichzeitig. Das hat einen sehr aktivierenden Effekt.
  • Der «Wachmacher» – mit dem Handrücken als Wachmacher nach einer entspannenden Massage: Hierzu sprühen Sie vorab ein erfrischendes Spray auf die Fusssohle und klopfen dieses leicht mit dem Handrücken mehrmals ein. Gehen Sie von der Ferse bis zum Ballen und wieder zurück. Informieren Sie den Kunden aber vorher über den erfrischenden Abschluss, damit er nicht erschrickt.
  • Der «sanfte Ausstreicher» – die "Hände zum Himmel“: Sanfte Ausstreicher sind in jeder Massage ein schönes Bindeelement zum nächsten Griff oder auch ein letztes Element zum Abschluss der Massage. Führen Sie auch hier die Hände in Klatschposition an Fussrücken und -sohle zusammen und ziehen Sie diese zu den Zehen ab. Das Ganze wiederholt sich mehrere Male immer von der gleichen Basisposition Fussrücken/Fusssohle.
  • «Treppchen steigen» – von der Ferse zum Ballen: Stellen Sie sich vor, Sie steigen Treppchen. Normalerweise würden Sie hier einen Fuss vor den anderen setzen. Machen Sie dies nun mit dem Daumen. Beginnen Sie an der Ferse und positionieren Sie hier beide Daumen übereinanderliegend. Mit den anderen Fingern beider Hände halten Sie den Fussrücken. Nun schieben Sie die Daumen immer wieder übereinander, wie wenn sich ein Rad dreht, bleiben aber immer auf der Ferse und gehen damit hoch bis zum Ballen. Oben angekommen ziehen Sie beide Daumen in einem Zug zur Ferse hin ab und beginnen unten wieder mit einem neuen Treppengang nach oben.
  • «Zehen knubbeln» – kreisförmig in Schwung bringen, Mobilität steigern: Das geht ganz einfach: Sie umfassen den Zeh mit allen Fingern – dabei liegt der Daumen hinten – und massieren ihn nach Gefühl. Der Weg geht vom Zehenhals bis zur -spitze und wieder zurück. Der Griff sollte fest und nicht fahrig sein, denn das könnte kitzeln.
  • «Aufbrechen» – zu neuen Ufern mit der Fussöffnung – Energien öffnen: Umschliessen Sie Fussrücken und -sohle, indem Sie beide Hände von Zeigefinger bis zum kleinen Finger vorne falten und die beiden Daumen an der Fersenmitte platzieren. Nun entfalten Sie die Hände vorne immer wieder und dehnen den Fuss auf. Die Daumen machen die Bewegung an der Ferse mit. Dieser Griff eignet sich sehr gut, wenn Füsse verspannt sind und Kunden manchmal auch über Krämpfe in Füssen klagen. Das komplette Muskelgewebe wird gelockert und die Füsse fühlen sich leicht und locker an.
  • Das «Zehenspitzenrondell» – synchrones Zehenspitzenkreisen im Energiefluss aussen und innen: Umfassen Sie den Zeh mit Ihren Daumen, Zeige- und Mittelfingern und kreisen Sie ganz behutsam erst im Uhrzeiger- und dann gegen den Uhrzeigersinn.
  • Der «Dehngriff» – Ferse halten und Vorderfuss nach unten drücken: Nehmen Sie den Fuss Ihres Kunden in die Hand. Hierbei liegt die Ferse in Ihrem Handteller, die andere Hand liegt auf dem Fussrücken. Nun drücken Sie den Fuss vom Fussrücken aus mit der Oberhand nach unten und stabilisieren mit der anderen Hand die Ferse. Dieser Griff eignet sich gut bei Verspannungen.
  • Der «Wadengriff» – Ferse halten und Ballen nach oben drücken: Dieser Griff ist der entgegengesetzte Dehngriff. Hier drücken Sie bei gleicher Haltung den Ballen mit der flachen Hand nach vorne. Das ist sehr entspannend bei Wadenproblemen.

Anmerkung: Alle diese Massagegriffe sollten mindestens dreimal durchgeführt werden.

 

Der indianische Energieschub
Durch spezielle Griffe entsteht eine Aktivierung von Energiepunkten und eine damit einhergehende Energieübertragung. Diese Technik eignet sich sehr gut im Anschluss an eine klassische Fussmassage. Der Massierende sollte zwecks Erdung seine Fusssohlen fest am Boden verankert haben. Die erste Kontaktherstellung erfolgt über die Hände, die auf die Fussfesseln des Kunden gelegt werden. Nacheinander werden alle Zehenspitzen angefasst und an beiden Füssen gleichzeitig ca. eine Minute festgehalten:

  • die kleinen Zehen: zwischen Daumen und kleinen Fingern,
  • die vorletzten Zehen: zwischen Daumen und Ringfingern,
  • die Mittelzehen: zwischen Daumen und Mittelfingern,
  • die Zweitzehen: zwischen Daumen und Zeigefingern,
  • die grossen Zehen: mit allen Fingerspitzen gleichzeitig, Daumen an der Zehenunterseite platziert.

Wichtig: Damit der Kontakt nicht zu plötzlich verlorengeht, sollten die Zehen niemals gleichzeitig und zu abrupt losgelassen werden.

Zusätzliche Spezialgriffe sind:

  • Energiekäppchen (für Profis): Durch diesen Reflexzonengriff im Solarplexus-Bereich kommt Energie zum Fliessen.
  • Fersendehngriff: Mit beiden Händen werden die Fesseln des Kunden umfasst. Mit der Atmung des Kunden wird ca. drei Minuten sanft gezogen.
  • Ausstreichen: Der indianische Energieschub wird beendet, indem man beide Füsse gleichzeitig ausstreicht. Eine Nachruhe in warmer Atmosphäre ist empfehlenswert. Der Massierende sollte sich Hände und Arme kalt abspülen. Energien aufbauen, halten, stabilisieren.

Bitte denken Sie im Rahmen Ihrer Massagen/einzelnen Massagegriffe auch an die folgenden drei Punkte:

Das Energiekissen: Hände werden nach einer Massage nie abrupt, sondern immer behutsam zurückgezogen, wobei man in einem Abstand von nur einem Zentimeter für einige Sekunden innehält. Es stellt sich eine Art «Energiekissen» ein, es sorgt bei dem Kunden dafür, dass die durch die Berührung ausgelöste Tiefenentspannung weiter wirksam bleibt.

Die Haltung: Sehr häufig werden Massagen, sicherlich auch aufgrund von Zeitmangel, abrupt abgebrochen, das heisst, man hat zum Schluss noch eine ausstreichende Bewegung, lässt den Fuss los und wendet sich dem nächsten zu. Nicht nur für den Kunden, sondern auch für Sie kann es wertvoll sein, in der Berührung noch etwas innezuhalten. Deshalb empfiehlt es sich nach einer Fussmassage, beide Füsse abschliessend nochmal in die Hand zu nehmen und diese zu halten. Dann können die Hände allmählich entfernt werden. Der Kunde wird so nicht aus der Behandlung herausgerissen, sondern kann noch etwas nachspüren.

Die Erdung: Ein anderes Abschiedszeremoniell nach einer Fusspflege ist die «Erdung». Hierzu legt man beide Handflächen auf die Fusssohlen und aktiviert diese mit einem leichten Druck. Erdung schafft Stabilität, Verwurzelung, gibt Sicherheit. Wenn Bäume alt werden, altern zuerst die Wurzeln. Wenn Menschen alt werden, altern zuerst die Füsse. Deshalb ist es so wichtig, in diesen Abschluss-Schritt die ganze Kraft, die ganze Intensität in die Berührung zu legen. Dann ist es ein Leichtes, alles in Fluss zu bringen und dem Kunden qualitativ hochwertige Berührungsmomente zu sichern.

 

Das oberste Prinzip
Auch wenn der Kunde kerngesund ist und die Massage nur als eine Geste der Hilfsbereitschaft und Zuneigung gedacht ist, sie muss auf fachlichem Wissen beruhen. Kenntnisse über die Anatomie, die Muskulatur, mögliche Gegenanzeigen oder gesundheitliche Einschränkungen sind daher bei einer verantwortungsbewussten Massage unverzichtbar. Die jeweiligen Grifftechniken sollten immer als angenehm, gleichbleibend, fliessend und wirkungsvoll empfunden werden, um eine deutliche Besserung zu erzielen, sofern es sich etwa um einen Problemfall handelt. Schmerzhaft, übermässig kraftvoll, ruckartig oder unrhythmisch dürfen die Praktiken im Gegensatz dazu niemals stattfinden. Ausserdem muss ein Therapeut, Fusspfleger, Podologe oder Kosmetiker wissen, wann ein bestimmter Massagegriff nicht mehr oder nur mit äusserster Achtsamkeit angewandt werden darf. Im Idealfall umgeht man entsprechende Risiken jedoch schon vorab, indem die Massagegriffe durchdacht und im Hinblick auf die Gesamtsituation des Kunden zum Einsatz kommen.

Massagegriffe mit Einfühlungsvermögen anwenden
Um die Massagegriffe zu lernen, sollte jeder Dienstleister ein Höchstmass an Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein besitzen. Diese Kriterien tragen dazu bei, dass die Behandlung erfolgreich angewandt wird. In Bezug auf die passende Technik genügt es aber nicht, die Griffe in ihrer Standard-Version absolvieren zu können. Ein geübter Fachpraktiker kann hingegen jede Griff-Art auf die Massage abstimmen, die er ausübt. Besonders die wechselnde Stärke aller Massagegriffe ist dann richtungsweisend. Soll zum Beispiel eine Sportmassage durchgeführt werden, sind die Techniken kraftvoll und rhythmisch, weil der Kunde gesund ist und einen durchtrainierten Bewegungsapparat hat. Eine Wellness-Massage spricht wiederum auch gestresste oder verspannte Personen an, die keinen regelmässigen Sport betreiben und sich einfach erholen wollen. Demzufolge sind die Massagegriffe sanft sowie eingängig. Werden gezielt Symptome therapiert, wandelt der Masseur die Technik im Gegenzug so ab, dass der Kunde eine rasche Linderung verspürt.

 

Abbau seelischer Blockaden
Wenn ein Massagegriff auf der richtigen Technik beruht, kann er im Körper viele Symptome lindern und den Allgemeinzustand verbessern. Darauf aufbauend erzeugen die Grifftechniken aber nicht nur auf physischer Ebene eine gesteigerte Vitalität, sondern bauen auch seelische Blockaden ab. Demnach unterstützen sie

  • die Mobilität,
  • die Stabilität,
  • den Stressabbau,
  • eine bessere Durchblutung,
  • die Lockerung der Muskulatur,
  • die Lebensfreude,
  • die Verringerung von Verspannungen,
  • die Schlafqualität,
  • die Reduzierung von Depressionen,
  • den Lymphfluss,
  • das eigene Wohlgefühl,
  • die Leistungsfähigkeit

  – mit dem Ziel einer vielfältigen Verbesserung des Wohlbefindens.

 

 

 

 

Autorin
Ursula Maria Schneider ist Wellness-Beraterin (IHK), Entspannungs- und Kommunikationstrainerin, Fachautorin sowie Messereferentin. Die Inhaberin des «Drehpunkt Fuss» textet für die Industrie und entwickelt Fuss-Massagekonzepte, die sie auch schult.
ursula.maria.schneider@t-online.de

 

 

 

Text: Ursula Maria Schneider 

Fotos: stock.adobe.com (3), Ursula Maria Schneider (1)

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